Ihre Rechte
Ihre Rechte vor, während und nach der Geburt
Hier finden Sie eine Zusammenfassung zur Grundversicherung nach KVG, gestützt auf die amtlichen Informationen mit Stand 5. Oktober 2026. Die Befreiung von Franchise und Selbstbehalt gilt für die Leistungen, die diese Versicherung übernimmt, mit ihren jeweiligen Voraussetzungen und Grenzen.
Wichtigste gesetzliche Grundlagen
Zusammenfassung
Vor der 13. Woche, derzeit
Schwangerschaftskontrollen ohne Franchise und Selbstbehalt; bei der Behandlung von Krankheiten oder Komplikationen kann weiterhin eine Kostenbeteiligung anfallen. Das gilt namentlich für die Behandlung einer Fehlgeburt vor der 13. Woche.
Ab der 13. Woche bis acht Wochen nach der Geburt
Mutterschaftsleistungen und Behandlungen von Krankheiten werden ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen.
Mehr als acht Wochen nach der Geburt
Bestimmte Mutterschaftsleistungen bleiben ohne Kostenbeteiligung; für die übrigen Behandlungen gelten die üblichen Regeln.
Geplante Änderung per 1. Januar 2027
Auch Behandlungen von Krankheiten und Komplikationen werden dann ab dem ersten Tag der ärztlich oder von einer Hebamme bestätigten Schwangerschaft ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen.
Im ersten Trimester und wann sich die Regel ändert
Derzeit sind vor der 13. Schwangerschaftswoche zwei Situationen zu unterscheiden.
Die Schwangerschaftskontrollen
Die vorgesehenen Konsultationen, Ultraschall- und weiteren Untersuchungen zur Überwachung der Schwangerschaft werden ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen.
Die Behandlung einer Krankheit oder Komplikation
Franchise und Selbstbehalt können weiterhin anfallen. Das gilt namentlich für die Behandlung einer Fehlgeburt vor der 13. Woche.
Ab dem 1. Januar 2027 werden Behandlungen von Krankheiten und Komplikationen ab dem ersten Tag der ärztlich oder von einer Hebamme bestätigten Schwangerschaft ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen.
Während der Schwangerschaft: was übernommen wird
Behandlungen ab der 13. Woche
Ab der 13. Schwangerschaftswoche werden die übernommenen Leistungen zur Behandlung einer Krankheit ohne Franchise und Selbstbehalt vergütet, auch wenn die Krankheit nichts mit der Schwangerschaft zu tun hat.
Kontrolluntersuchungen
7 Kontrolluntersuchungen bei normal verlaufender Schwangerschaft.
Ultraschalluntersuchungen
2 Ultraschalluntersuchungen: eine zwischen der 12. und der 14. Woche, die andere zwischen der 20. und der 23. Woche.
Risikoschwangerschaft
Zusätzliche Kontrollen und Ultraschalluntersuchungen, wenn die Schwangerschaft mit Risiken verbunden ist und sie notwendig sind.
Screening-Untersuchungen
Die vorgesehenen Screening-Untersuchungen, namentlich auf bestimmte Auffälligkeiten beim Kind, sofern die Voraussetzungen für die Kostenübernahme erfüllt sind.
Geburtsvorbereitung
Beitrag von 150 CHF an einen Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebamme oder an das vorgesehene Vorbereitungsgespräch. Kostet das Angebot mehr, kann der Restbetrag zu Ihren Lasten gehen.
Die Geburt
Zu Hause, im Spital oder im Geburtshaus, mit Unterstützung einer Ärztin, eines Arztes oder einer Hebamme. Im Spital wird der Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung übernommen; die Wahl des Spitals kann Mehrkosten verursachen, namentlich ausserhalb der Spitalliste des Wohnkantons.
Wichtige Ausnahme: Impfungen
Seit Januar 2026 sind die übernommenen Impfungen von der Franchise befreit, der übliche Selbstbehalt von 10 % fällt aber weiterhin an, auch während der Schwangerschaft.
Nach der Geburt: das Wochenbett
Die ersten acht Wochen
In den acht Wochen nach der Geburt bleiben die übernommenen Leistungen zur Behandlung einer Krankheit ohne Franchise und Selbstbehalt, auch ohne Zusammenhang mit der Geburt.
Nachkontrolle
1 ärztliche Kontrolle zwischen der 6. und der 10. Woche, ohne Franchise und Selbstbehalt, auch wenn sie nach der achten Woche stattfindet.
Hausbesuche der Hebamme
In den ersten 56 Tagen: höchstens 16 Besuche beim ersten Kind, bei einer Frühgeburt, einer Mehrlingsgeburt oder einem Kaiserschnitt; 10 Besuche in den übrigen Fällen. In den ersten 10 Tagen können zusätzlich bis zu 5 zweite Besuche am selben Tag hinzukommen.
Um diese Grenzen zu überschreiten oder die Besuche nach dem 56. Tag fortzusetzen, braucht es eine ärztliche Verordnung.
Stillberatung
3 Sitzungen bei einer Hebamme oder einer speziell ausgebildeten Pflegefachperson, bis zum 1. Geburtstag des Kindes.
Nach acht Wochen
Für die Behandlung von Krankheiten fallen Franchise und Selbstbehalt grundsätzlich wieder an. Die oben genannten Mutterschaftsleistungen bleiben befreit, wenn ihre Voraussetzungen erfüllt sind, namentlich ärztlich verordnete Hebammenbesuche nach dem 56. Tag.
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